Mallorca und seine Weine – Ein Besuch auf der Finca Biniagual

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MALLORQUINISCHE WEINE ZÄHLEN ZU DEN BESTEN IN SPANIEN. EIN BESUCH IN DER BODEGA FINCA BINIAGUAL. 

Das leise Klingeln der Glocken der Schafe, Vogelgezwitscher, jede Stunde das Glockengeläut der Dorfkapelle, ab und zu ein Traktor – viel mehr hört man nicht in der Stille von Biniagual, einem Weiler aus der Zeit der Mauren, der sich inmitten des Weinanbaugebietes rund um Binissalem in der Inselmitte Mallorcas beendet. Entlang zweier kopfsteingepfasterter Straβen, gesäumt von Blumenbeeten, stehen 13 Häuser, ein historischer Weinkeller und eine Kapelle aus dem 18. bzw. 19. Jahrhundert sowie die Vinoteca Biniagual. Das gesamte Dörfchen gehört zum Weingut Biniagual, einem Familienbetrieb mit 170 Hektar Land, auf dem neben Weinreben auch Oliven- und Mandelbäume, Orangen und Zitronen sowie Getreide und Grünfutter für die 300-köpfige Schafherde wachsen. 

Herzstück ist die Weinkellerei Bodega Biniagual, die aus den Trauben, die auf 34 Hektar Anbaufläche rund um den Weiler und die Kellerei wachsen, feine Weine keltert. Top Qualität
und Respekt vor der Natur sind die Schlüssel für die Arbeit in Biniagual, wo man den strengen Regeln der integrierten Landwirtschaft folgt. Jeder Arbeitsschritt – angefangen vom Winter- schnitt im Januar bis hin zur Weinlese im September – wird mit Sorgfalt und von Hand durchgeführt, um die beste Traubenqualität zu erzielen. „Guter Wein entsteht auf dem Feld, nicht in der Kellerei“, ist das Motto. 

Für die Finca Biniagual ist es wichtig, typische charaktervolle mallorquinische Weine zu keltern. Daher sind die Haupt-Traubensorten die einheimischen Mantonegro (rot) und Prensal Blanc (weiβ), die mit Cabernet Sauvignon, Shiraz, Chardonnay und Muscat zu vier verschiedenen Rotweinen, einem Weiβ- und einem Roséwein verblendet werden. 

Charlotte Miller, verantwortlich für Marketing, Sales & Events der Finca Biniagual, spricht über die Entwicklung sowie Tendenzen des lokalen Weines.
„Das Thema Wein ist in den letzten Jahren auf Mallorca immer wichtiger geworden. Es gibt einige sehr traditionsreiche Weinkellereien – die älteste ist Ribas mit ca 300 Jahren.“ 

In den 80er Jahren entstanden die ersten Bodegas, aber der mallorquinische Wein genoss kein gutes Ansehen im Rest Spaniens oder international, und mallorquinische Rebsorten waren nicht gefragt. Anfang der 90er Jahre begann die Bode- ga Anima Negra, mit mallorquinischen Rebsorten zu arbeiten und auf nationaler und internationaler Ebene zu zeigen, dass Weine aus Mallorca einzigartig und hochwertig sein können. In den folgenden Jahrzehnten entstanden immer mehr Bodegas auf Mallorca, die zunehmend auf einheimische Rebsorten wie Mantonegro, Callet, Prensal Blanc etc. setzten. 

„Aber gerade in den letzten 5-10 Jahren hat es einen wahren Boom gegeben, und die Zahl der Bodegas bewegt sich schnell auf die 100 zu.“, so Charlotte Miller. „Und mittlerweile ist Mallorca auf der Landkarte der Weinwelt angekommen, man weiß inzwischen, dass auf Mallorca Wein angebaut wird – doch erstaunlicherweise ist dieses Wissen noch nicht sehr weit ver-breitet. Mallorca-affine Menschen wissen, dass es guten Wein auf der Insel gibt, weil sie ihn im Urlaub vor Ort getrunken haben. Aber immer noch kommt man auf Weinmessen im Ausland und hört: „Mallorca? Wird denn da Wein gemacht?“ Und wenn die, die so erstaunt über mallorquinischen Wein sind, ihn verkosten, ist das Erstaunen über die Qualität und die Einzigartigkeit der Weine mit mallorquinischen Rebsorten groß.“, weiß die Wahl-Mallorquinerin. 

Deswegen ist Charlotte Miller überzeugt, dass es noch viel Arbeit der mallorquinischen Weinkellereien braucht, um gemeinsam Mallorca einen festen Platz auf der internationalen Landkarte der Weingebiete zu verschaffen. 

Die aktuelle Situation ist schwierig. Die meisten Weinkellereien verkaufen ihren Wein direkt auf der Insel, an die lokale Gastronomie, die vom Tourismus lebt. Dieser ist in diesem Covid-Jahr 2020 fast vollständig weggefallen, was wiederum zu einem dramatischen Einbruch des Absatzes führte. 

„Wenn Rotweine nicht in einem bestimmten Jahr verkauft werden, ist das – abgesehen vom wirtschaftlichen Aspekt – nicht schlimm; aber Weiß- und Roséweine werden auf Mallorca jung, im ersten Jahr getrunken. Die Weiß- und Roséweine, die dieses Jahr nicht verkauft wurden, werden im nächsten Jahr nicht mehr gefragt, man will ab März den neuen Jahrgang.“ 

Viele Winzer haben also die Lager und Fässer noch voll mit nicht verkauftem Wein und werden entsprechend die Ernte- menge 2020 reduzieren. Das bedeutet aber wiederum, dass sie in ein paar Jahren auch nur eine geringere Menge an Wein verkaufen können. Die Folgen werden also langfristig zu spüren sein. Vor allem kleinere Winzer hadern schon jetzt mit der Schließung ihrer Bodegas. Deswegen der Apell von Charlotte Miller: „Statt im Supermarkt oder beim Weinhändler zum Wein aus Südafrika oder Chile zu greifen, sollten wir uns bewusst sein, dass jede verkaufte Flasche mallorquinischen Weines dem lokalen Produzenten eine kleine Hilfe ist und dazu beiträgt, dass er seine Bodega vielleicht nicht schließen muss.“ 

Und vor allem: Mallorquinischer Wein ist groβartig! Die enorme Vielfalt der Bodegas, Rebsorten, An- und Ausbauweisen garantiert, dass jeder mindestens einen Wein nach seinem Geschmack findet. 

Finca Biniagual 
Camí Vell de Muro s/n – Llogaret de Biniagual
07350 Binissalem – Mallorca
Tel. +34 971 870 111
info@finca-biniagual.com
www.finca-biniagual.com